Sonntag, 16. August 2015

Der Berg kreißte und gebar eine Maus

Das Spiel ist aus - ich bin wieder zu Hause. Heute früh habe ich mich entschieden, mich in den Zug zu setzen und zurück zu fahren. Der Zeitplan war sicher von Anfang an für mich zu eng und die folgenden Etappen hätte ich bei diesen Witterungsbedingungen nicht "geschafft".

Es ist etwas schmerzhaft das einzusehen, aber schließlich soll so eine Tour ein Vergnügen sein und keine Last.

Irgendwie provoziere ich einen Fluch, wenn ich mir neue Sportgegenstände kaufe:


  •  - ich habe für Laufwettbewerbe den Zeitmess-Chip immer gemietet, seit ich mich entschieden hatte, ihn zu kaufen, habe ich aus verschiedenen Gründen keine Halbmarathons mehr absolviert

  •  - habe ich mir neue Laufschuhe gekauft, konnte ich mindestens ein halbes Jahr wegen Knie- oder Wadenbeschwerden nicht laufen gehen 

  • - nun also das neues Reiserad - ich hätte es wissen müssen! 

 Trotzdem werde ich nicht aufgeben und die Tour sicher zu einem günstigeren Zeitpunkt, wahrscheinlich in Gegenrichtung und ohne Zeitdruck nachholen. Im Moment fehlt mir aber die Motivation. Ich hoffe, ihr habt für das schnelle Ende Verständnis, aber ein Desaster auf den folgenden Etappen wollte ich mir ersparen.

Samstag, 15. August 2015

Was war das denn?

Potsdam-Leipzig 148,8 km

Das fing heute gut an. In Michendorf habe ich mir beim freundlichen Fahrradfritzen erst mal eine Standluftpumpe mit Manometer leihen müssen, weil der Luftdruck für die zusätzliche Last zu gering war.

Kurz danach traf es mich wie ein Blitz - ich hatte den Fahrradschlüssel vergessen. Zurück fahren war keine Option mehr, mit 20-30 zusätzlichen Kilometern wäre mein Tagesplan, Leipzig zu erreichen, nicht mehr möglich gewesen. Ein neues Schloss wäre auch keine gute Idee gewesen, die Versicherung verlangt bei diesem Fahrrad ein teures. Die Montage des neuen Halters wäre auch noch dazu gekommen. Zum Glück konnte mir Utine aushelfen und brachte mir das Schloss nach Treuenbrietzen. 

Ich fuhr fast ausschließlich auf der Bundesstraße 2 und habe damit wohl zufällig die gleiche Route wie mein Schwiegervater als junger Mann in den 50er Jahren genommen. Die Familie hat dann Geld zusammen gelegt, damit er die Rückreise per Zug antreten konnte, so fertig war er.

Mir gings heute ebenso, auch wenn Straßenzustand, Verkehr und Ausrüstung kaum vergleichbar sind.

Irgendwie war heute Vieles anders als in den vergangenen Jahren - die Schrift und die Straßen auf den Landkarten waren viel kleiner als früher und die zahlreichen Hügel fand ich richtig anstrengend. Ob wohl die Lebensjahre ab 65 wie Hundejahre zählen (mal 7)? Ich werde das weiter beobachten. 

In Leipzig fiel mir auf, dass man in der Innenstadt, sogar auf dem Trödlinring, mit dem Fahrrad auf dem Gehweg fahren darf. Das Robotron-Schulungszentrum an der Gerberstraße, in dem meine Kollegen und ich so viel Zeit verbracht haben, ist durch ein Hotel ersetzt worden und das damals neu errichtete Hotelhochhaus hinter dem Schulungszentrum ist zugewuchert und im Dornröschenschlaf.

Danach habe ich mit mir selbst zu tun gehabt. Für die letzten 5 km habe ich fast eine Stunde gebraucht. Mein Magen hat rebelliert, vielleicht sind ihm die über vier Liter Wasser, (leider habe ich versehentlich auch Sprudel nach gekauft), die ich wegen der Hitze trinken musste, nicht bekommen. Jedenfalls war ich froh, im Hotel zu sein und habe den ganzen Abend kein Bedürfnis verspürt, ein kühles Bier zu trinken und was zu essen. Das gabs bei Fahrradtouren noch nie.

Ich will jetzt erst mal darüber schlafen, aber irgendwie fühlt sich dieses Jahr alles nicht gut an und ich überlege die Tour gleich abzubrechen. Der Zeitdruck stört mich und ich fühle mich nicht ganz fitt. Die Schwierigkeiten kommen ja erst noch.
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Samstag, 1. August 2015

Die Route

Der Zeitrahmen ist leider sehr begrenzt, da ich erst am 15. August starten kann, der Rückflug aber für den 31. August gebucht ist.

Da der Fernradweg in München beginnt, möchte ich über Wittenberg, Leipzig und Regensburg möglichst zeitsparend den eigentlichen Startpunkt erreichen.









Der zweite Teil der Strecke ist dann der eigentliche Weg über die Alpen. Nicht gerade auf Hannibals Spuren und auch ohne Elefanten, aber hoffentlich auch nicht so verlustreich.