Mein Rückflug ging am 30. Mai um 18.45 Uhr vom Aeroporto Marco Polo ab. Der Campingplatz liegt nur 5 km vom Flughafen entfernt, trotzdem macht sich das geräuschmäßig kaum bemerkbar.
Bereits um 12.30 Uhr war ich dort und fand auch schnell die easyJet-Abfertigung. Ich suchte mir ein Plätzchen am Rand und machte die üblichen Einstellungen an meinem Fahrrad: Pedale an die Innenseiten der Kurbel versetzen, Lenker in eine Flucht mit dem Vorderrad bringen, alle lockeren Teile festkleben und schließlich zwei XXL-Plastiktüten jeweils von vorn und hinten über das Fahrrad ziehen und in der Mitte verkleben. Dann mussten noch die Fahrradtaschen zusammen in einen Gewebesack. Auch diesen Sack verklebte ich gründlich.
Leider gab es in der näheren Umgebung keine Möglichkeit einen Imbiss zu bekommen. Mit dem Gepäck wollte ich auf keinen Fall in die Nachbarhalle gehen. Also fügte ich mich in die Tatsache, erst nach der Aufgabe des Gepäcks (Counteröffnung ab 16.00 Uhr) etwas zu mir nehmen zu können. Als die Zeit gekommen war, stellte ich mein Fahrrad bei den Schaltern ab und fragte ob ich es dort bis zur Abfertigung stehen lassen könne. Ich hatte Pech, denn die beiden Damen, die ich in ihrem Gespräch störte, machten in Mimik und Gestik einen ausgesprochen zickigen Eindruck.
Ob ich das selbst gemacht hätte und ob das meine Verpackung sei, gifteten sie mich an. Ein tatsächliches oder vorgetäuschtes Telefonat wurde geführt, dann wurde mir beschieden, dass mein Fahrrad so nicht akzeptiert wird.
Natürlich versuchte ich zu diskutieren, denn in den Bestimmungen ist nur von Karton oder Tasche die Rede und das Fahrrad war komplett in sehr reissfestes Material gehüllt. Mir wurde das Wort abgeschnitten und mitgeteilt, ich müsste das Fahrrad "wrappen" (in Folie einwickeln) lassen, die "Wrapping Machine" sei eine Etage höher. Meinen Gepäcksack durfte ich auch nicht abgeben.
Also musste ich Gepäcksack, Fahrrad und Handgepäck zum Fahrstuhl. Mit querstehendem Fahrrad war das sehr schwierig, es waren Poller, zu enge Türen und Leute mit Gepäck im Weg. Wenn ich das Fahrrad senkrecht stellte war die ganze Kiste instabil und ich konnte nichts mehr sehen. Also musste ich das Fahrrad zwischenzeitlich um die Hindernisse tragen und das Gepäck im Auge behalten. Die Fahrstühle waren wegen Wartung außer Betrieb, die nächsten 200 m weiter.An der Maschine erklärte mir die (wirklich) nette Dame, dass das Vorderrad raus muss und der Sattel ganz runter, sonst passt das Ding nicht auf die Maschine. Mitten im Gewusel musste ich das Klebeband an meinem mühsam zusammengeklebten Gepäcksack lösen, aus einer der Packtaschen das Werkzeug holen und die Arbeit erledigen. Dabei musste ich trotz Hitze meine Jacke anbehalten, weil ich nur so Ausweis und Geld unter Kontrolle behalten konnte. Endlich war das Fahrrad umwickelt und mit Zertifikat beklebt, der Gepäcksack wieder verschlossen und ich konnte den gleichen Rückweg antreten. Natürlich stand dort jetzt eine lange Schlange zur Abfertigung. Ich hatte genug Zeit, mir inständig zu wünschen, nicht von einer der Zicken abgefertigt zu werden. Damit der Wunsch in Erfüllung geht, hätte ich auch jemanden vorgelassen.
Ich hatte Glück, sie nahm den Gepäcksack entgegen und ging dann mit mir zum Fahrrad, um dort die Nummer des mir ausgehändigten Zertifikats mit dem Aufkleber zu vergleichen. Sie war zufrieden und sagte mir lächelnd, dass ich jetzt mit dem Fahrrad zum Sicherheits-Check für sperrige Güter gehen könne, der befinde sich in der e r s t e n E t a g e !
Unterwegs fragte mich noch ein Ami, was ich da transportiere, er hatte auch eine Vermutung, aber die Vokabel verstand ich trotz Nachfrage nicht. Als ich ihm sagte, dass das ein Fahrrad sein, blickte er ungläubig.
Oben angekommen, wurde mir bedeutet, dass ich das Fahrrad auf einen Rollentisch zu legen hätte (Mithilfe des Personals ausgeschlossen), dafür musste ich dann dabei helfen, das Rad mit Hilfe von untergelegten Körben halb aufzurichten, damit es diagonal in den Scanner passte.
Das Fahrrad war endlich weg, ich war völlig durchgeschwitzt und hungrig und hatte gerade noch Zeit, mir ein Baguette und eine Flasche Wasser zu kaufen, dann musste ich zum Boarding.
Hier noch die Kundencharta von easyJet, quasi das Qualitätsversprechen:
http://www.easyjet.com/de/hilfe/buchungen/kundencharta
Der Slapstick hatte ein Ende und auf dem Flug konnte ich mich etwas ausruhen.
Mit leichter Verspätung trafen wir in Berlin ein und ich war unglaublich glücklich, dass Zinnes mich mit ihrem großen Auto abgeholt haben. Da passte alles problemlos rein und zur Begrüßung bekam ich auch noch ein kühles Bier.
Der ganze Stress fiel von mir ab und ich bin euch beiden sehr dankbar.
Einen halben Tag benötigte ich, um das Fahrrad aus der Hülle zu pellen und alles wieder zu justieren.
Dabei habe ich mir vorgestellt, wie es gewesen wäre, wenn ich auf diese Art zum Ausgangspunkt einer Radtour geflogen wäre ...
Jetzt wollt ihr sicherlich wissen, wie mein Fahrrad aussah.
Voilà, da ist es:
Und damit bin ich jetzt wirklich am Ende!
Der Slapstick hatte ein Ende und auf dem Flug konnte ich mich etwas ausruhen.
Mit leichter Verspätung trafen wir in Berlin ein und ich war unglaublich glücklich, dass Zinnes mich mit ihrem großen Auto abgeholt haben. Da passte alles problemlos rein und zur Begrüßung bekam ich auch noch ein kühles Bier.
Der ganze Stress fiel von mir ab und ich bin euch beiden sehr dankbar.
Einen halben Tag benötigte ich, um das Fahrrad aus der Hülle zu pellen und alles wieder zu justieren.
Dabei habe ich mir vorgestellt, wie es gewesen wäre, wenn ich auf diese Art zum Ausgangspunkt einer Radtour geflogen wäre ...
Jetzt wollt ihr sicherlich wissen, wie mein Fahrrad aussah.
Voilà, da ist es:
Und damit bin ich jetzt wirklich am Ende!