Sonntag, 29. Mai 2016

Tag zwei in Venedig

Heute morgen war der Himmel bedeckt, aber es war nicht unfreundlich.
Gelegenheit also, um die andere Seite Venedigs kennen zu lernen.

Ich nahm mir vor, das Ghetto Vecchio zu erkunden. Der heute übliche Begriff Ghetto soll auf dieses im 16. Jahrhundert entstandene kleine Viertel Venedigs zurückgehen.
Dazu musste ich weit abseits der Touristenströme über kleine Brücken gehen. Dumm nur, dass ich meinen Stadtplan vergessen hatte und das es in der Gegend auch keine zu kaufen gab. Also musste ich mich durch fragen, wobei ich mich trotzdem wieder verlief. Ich fand einfach nicht die angegebenen Namen der Brücken und Gassen.




Eine alte Dame gab mir dann den entscheidenden Tipp - gleich hinter der Apotheke abbiegen.





Dabei habe ich aber die Viertel der Einheimischen gesehen. Die Häuser sind dort keine Paläste, sondern oft ohne Putz und mit Stützen versehen.
Dazwischen kleine, sehr bescheidene Cafés und Lädchen.
Jogger liefen entlang der Kanäle und gelegentlich ein paar Touristen. Auf den Kanälen fahren zwischen einigen Touristenbooten auch Lastkähne.






Die Rückzugsorte der Bewohner sehen ganz anders aus, als das Schicki-Micki-Venedig der Touristen.



Ich glaube, ich bin dem Zeitgeist begegnet. Eigentlich ist es der gleiche Eindruck wie beim Kreuzen der Autobahnen mit dem Fahrrad.

Fast alle drängen sich auf kleinen Flächen und haben die gleichen Ziele, umgeben von Ruhe und viel Platz - einmal ist es San Marco, ein anderes Mal München. Ich habe wieder mal erfahren, wie schön es neben der Spur ist.

Gegen Mittag kam dann Regen auf und die Schirmverkäufer machten Geschäft.




Als ich mit dem Bus zurück fuhr, begann ein Gewitter und es folgte ein Wolkenbruch. Ich war durch bis auf die Knochen. Was solls, das Zelt steht noch und entgegen früherer Wetterberichte ist es vielleicht morgen trocken, wenn ich zum Flugplatz muss.

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