Mittwoch, 11. Mai 2016

Im Reisemodus

Potsdam - Klöden 105km

Wie üblich, habe ich erst mal den Start vertrödelt. Erst um 9.00 bin ich in die Puschen gekommen.

Aber inzwischen bin ich schon ganz auf Fernradeln eingestellt, und das kam so:
Und dummerweise bin ich einer Route eines Berliners Richtung München gefolgt, die mich über Stern, Kirchsteigfeld und kaum befahrbare Waldwege nach Saarmund führte - das hätte ich einfacher und schneller hingebekommen.

Die weitere Strecke führte mich über Tremsdorf und Zauchwitz Richtung Luckenwalde. Diese Route bin ich früher oft in das dortige IHK-Regionalcenter (formerly called "Geschäftsstelle") mit dem Auto gefahren. Wenn die Sonne schien, habe ich mir oft gewünscht, dort einfach nur mit dem Fahrrad rumzufahren - und jetzt war es endlich soweit - und die Sonne schien !!!

Große Sehenswürdigkeiten hat man nicht zu erwarten - aber im Märkischen ist die Natur der Chef.

Kiefernwälder, Rapsfelder, Vögelgezwitscher und Düfte - nur beeinträchtigt durch meine Ausdünstungen. Störende Autos sind auch kaum vorhanden - nur ein Spinnerauto ( das sind die tiefer gelegten mit dem manipulierten Auspuff) kam mir entgegen.
Zur Natur gehört natürlich auch der Wind, und der wehte vorwiegend aus Süd oder Süd-Ost, was mir das Radeln oft erschwerte. Was solls, ich muss sowieso für die Alpen trainieren.

Die Dörfer waren weitestgehend ausgestorben, Siesta eben. Die meisten Leute werden auswärts arbeiten, der Rest mähte Rasen.

Nach Dobbrikow fuhr ich in ein mir unbekanntes Land - die DDR war ja klein (wenn auch die größte DDR der Welt), aber was sich nun auftat, war mir völlig fremd. Begeistert hat mich nicht alles. Zum Beispiel mag den neutralen Beobachter die kilometerlange mit Granit gepflasterte Landstraße begeistern. Sie ist sicherlich an die 80 Jahre alt, offensichtlich kaum ausgebessert und trotzdem in einem sehr guten Zustand. Für Fahrradfahrer mit Gepäck ist sie die Hölle.


Die kleinen Orte auf meinem Weg waren in sehr unterschiedlichem Zustand, manche waren wie geleckt, andere sahen aus wie verlassene Goldgräberstädte. Florierendes Gewerbe gibt es aber nirgends. Seyda war besonders gebeutelt:






Eigentlich wollte ich noch einige Kilometer weiter , aber nach 105 km (einschließlich einiger Irrfahrten) erinnerte ich mich an die Schmach von Leipzig 2015 (im ersten Teil des Blogs nachzulesen) und beschloss, nach Übernachtungsmöglichkeiten zu suchen. In Klöden - klingt komisch, heißt aber so - wurde ich beim dritten Versuch fündig. Auf der Zielgeraden, ganze zehn Meter vor dem Gebäude, machte es Pfftt, und der Vorderreifen war schlagartig platt.

Also perfektes Glück im Unglück, denn der Betreiber hatte ausser einem Maisonettezimmer auch noch einen Kompressor mit passendem Adapter für meine französischen Ventile zur Hand. Den Schlauch hatte ich und so war die Reparatur ein Kinderspiel. Das Loch war übrigens auf der Speicherseite - da hilft auch kein unplattbarer Reifen. Der Originalschlauch ist schon geflickt und jetzt meine Reserve.

Meinem Flüssigkeitsspiegel und dem Energieniveau konnte ich auch noch mit zwei großen Pils und einem Bauernfrühstück aufhelfen - Alpen ich komme!

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