Attenkirchen - Puppling 101,4 km
Bei Regen losfahren ist doof. Noch dööfer ist, wenn der Regen den gaaanzen Tag nicht aufhört und der Gegenwind die Tropfen ständig ins Gesicht bläst.
So war das heute. Es war ja angesagt, und manchmal stimmt es eben zu hundert Prozent. Erst hab ich kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu. Aber der Reihe nach.
Für meine Sammlung skurriler Ortsnamen gibt es einen neuen Kandidaten:
Die Tour ging heute Richtung München und weil man in Deutschland nicht wie in Kuba mit dem Fahrrad auf der Autobahn fahren darf, ging der Radweg immer im Zickzack drum herum, manchmal auch parallel.
Das wahnsinnige Gedröhn der Autobahn wechselte sich ab mit absoluter Ruhe - nicht ganz, denn die Vögel sorgten für Ökolärm. Da machte ich mir so meine Gedanken ...
Zumal ständig Autos wie Raumkapseln vorbeiglitten. Die Leute darin waren manchmal kurzärmlig gekleidet und schienen völlig von der sie umgebenden Natur entkoppelt. Gleichzeitig sorgen sie dafür, dass es der Natur immer schlechter geht. So wie der Vorwerk-Vertreter, der vor dem Wartehäuschen hielt, in dem ich etwas aß.
Der Motor blieb an, er telefonierte hektisch, suchte Unterlagen, telefonierte weiter, rauchte eine Zigarette und fuhr davon. An seinem Auto stand "Mit Vorwerk ein sauberes Zuhause".
Es läuft sehr viel schief in der menschlichen Entwicklung. Dass das profitgetriebene Modell nicht die Zukunft sein kann, ist mir heute wieder sehr klar vor Augen geführt worden. Letztlich gewinnt immer die Natur und der Störenfried Mensch wird sich selbst beseitigen.
Mein Weg führte mich auch über einen sehr steilen Waldweg, der zu einem Rapsfeld führte. Gerade wollte ich wieder richtig in die Pedalen treten, da sah ich vor mir eine Rotte Wildschweine, genauer gesagt, mehrere Sauen mit ihren Frischlingen. Es war viel Bewegung auf meinem Radweg.
Obwohl ich nicht viel besser roch als sie, bemerkten sie mich nicht, weil der Wind aus ihrer Richtung kam. Ich ging etwas näher, keine Reaktion.
Eine Alternative zu dem Weg, den ich gekommen war, gab es nicht. Ich stellte mein Rad quer, nahm einen Schluck aus der Pulle und über!legte gerade zu klingeln, da bemerkte mich endlich eine Bache. Ruckzuck verschwanden alle im Raps und ich konnte weiterfahren.
Von Norden kommend näherte ich mich München, mein Track geht über den Marienplatz, also folgte ich ihm sklavisch. Das Gewusel in der Fußgängerzone war gewaltig, zumal auch noch eine große Baustelle Teile des Platzes belegte. Also schnell ein Bild gemacht (Mist, wieder keine Selfiestange mit) und weiter gings.
Mein Ziel war heute Wolfratshausen. Das Wetter war unverändert miserabel, ich war nass, mir war kalt und vorher dachte ich, Wolfratshausen schließt sich direkt an München an. Weil meine Karte bei München zu Ende war und ich im Regen keinen Kartenwechsel machen wollte, war ich ganz schön schockiert, als am nächsten Hinweisschild stand, dass es noch 30 km wären.
Auf der weitern Fahrt über zum Teil aufgeweichte Waldwege konnte ich den Gedanken nicht verdrängen, dass mir in dieser Gegend und bei diesem Wetter eine Panne gerade noch gefehlt hätte.
In Grünwald war es dann soweit, diesmal war es der Reifen am Hinterrad. Ein freundlicher Gemüsehändler wies mir den Weg zum Radl-Bock. Eine Glasscherbe war der Übeltäter. Leider hatte sie auch den "unplattbaren" Reifen schwer geschädigt, so dass er auch noch erneuert werden musste. Erst wollte ich schon in Grünwald übernachten, aber nachdem die Reparatur sehr schnell ging, fuhr ich doch noch weiter an der Isar entlang. Das muss bei schönem Wetter herrlich sein, selbst bei Regen war es beeindruckend.
Kurz vor Wolfratshausen, in Puppling liegt der Gasthof Aujäger, da hab ich mich kurzerhand einquartiert. Wie überall in Bayern sitzt abend eine Art Stammtisch beisammen. Triefend nass wurde ich mit Gedöhns begrüßt. Nach dem woher und wohin kam gleich die Frage, ob ich denn keinen Führerschein hätte und ob ich ein ordentliches Gwandl mit hätte. Da musste ich erst mal zurückfragen, um zu erfahren, dass es um Straßenkleidung ging. Ich hab mich anschließend nach dem Duschen noch im Gwandl vorgestellt.
Ich bin ja jetzt seit München auf dem offiziellen Radweg München-Venedig unterwegs ( ab morgen langsamer ) - und jetzt solls tatsächlich schöner werden ...
(Leider ist das WLAN hier sehr schwach. Ich werde den Bericht wohl erst später versenden können.)
Bei Regen losfahren ist doof. Noch dööfer ist, wenn der Regen den gaaanzen Tag nicht aufhört und der Gegenwind die Tropfen ständig ins Gesicht bläst.
So war das heute. Es war ja angesagt, und manchmal stimmt es eben zu hundert Prozent. Erst hab ich kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu. Aber der Reihe nach.
Für meine Sammlung skurriler Ortsnamen gibt es einen neuen Kandidaten:
Die Tour ging heute Richtung München und weil man in Deutschland nicht wie in Kuba mit dem Fahrrad auf der Autobahn fahren darf, ging der Radweg immer im Zickzack drum herum, manchmal auch parallel.
Das wahnsinnige Gedröhn der Autobahn wechselte sich ab mit absoluter Ruhe - nicht ganz, denn die Vögel sorgten für Ökolärm. Da machte ich mir so meine Gedanken ...
Zumal ständig Autos wie Raumkapseln vorbeiglitten. Die Leute darin waren manchmal kurzärmlig gekleidet und schienen völlig von der sie umgebenden Natur entkoppelt. Gleichzeitig sorgen sie dafür, dass es der Natur immer schlechter geht. So wie der Vorwerk-Vertreter, der vor dem Wartehäuschen hielt, in dem ich etwas aß.
Der Motor blieb an, er telefonierte hektisch, suchte Unterlagen, telefonierte weiter, rauchte eine Zigarette und fuhr davon. An seinem Auto stand "Mit Vorwerk ein sauberes Zuhause".
Es läuft sehr viel schief in der menschlichen Entwicklung. Dass das profitgetriebene Modell nicht die Zukunft sein kann, ist mir heute wieder sehr klar vor Augen geführt worden. Letztlich gewinnt immer die Natur und der Störenfried Mensch wird sich selbst beseitigen.
Mein Weg führte mich auch über einen sehr steilen Waldweg, der zu einem Rapsfeld führte. Gerade wollte ich wieder richtig in die Pedalen treten, da sah ich vor mir eine Rotte Wildschweine, genauer gesagt, mehrere Sauen mit ihren Frischlingen. Es war viel Bewegung auf meinem Radweg.
Obwohl ich nicht viel besser roch als sie, bemerkten sie mich nicht, weil der Wind aus ihrer Richtung kam. Ich ging etwas näher, keine Reaktion.
Eine Alternative zu dem Weg, den ich gekommen war, gab es nicht. Ich stellte mein Rad quer, nahm einen Schluck aus der Pulle und über!legte gerade zu klingeln, da bemerkte mich endlich eine Bache. Ruckzuck verschwanden alle im Raps und ich konnte weiterfahren.
Von Norden kommend näherte ich mich München, mein Track geht über den Marienplatz, also folgte ich ihm sklavisch. Das Gewusel in der Fußgängerzone war gewaltig, zumal auch noch eine große Baustelle Teile des Platzes belegte. Also schnell ein Bild gemacht (Mist, wieder keine Selfiestange mit) und weiter gings.
Mein Ziel war heute Wolfratshausen. Das Wetter war unverändert miserabel, ich war nass, mir war kalt und vorher dachte ich, Wolfratshausen schließt sich direkt an München an. Weil meine Karte bei München zu Ende war und ich im Regen keinen Kartenwechsel machen wollte, war ich ganz schön schockiert, als am nächsten Hinweisschild stand, dass es noch 30 km wären.
Auf der weitern Fahrt über zum Teil aufgeweichte Waldwege konnte ich den Gedanken nicht verdrängen, dass mir in dieser Gegend und bei diesem Wetter eine Panne gerade noch gefehlt hätte.
In Grünwald war es dann soweit, diesmal war es der Reifen am Hinterrad. Ein freundlicher Gemüsehändler wies mir den Weg zum Radl-Bock. Eine Glasscherbe war der Übeltäter. Leider hatte sie auch den "unplattbaren" Reifen schwer geschädigt, so dass er auch noch erneuert werden musste. Erst wollte ich schon in Grünwald übernachten, aber nachdem die Reparatur sehr schnell ging, fuhr ich doch noch weiter an der Isar entlang. Das muss bei schönem Wetter herrlich sein, selbst bei Regen war es beeindruckend.
Kurz vor Wolfratshausen, in Puppling liegt der Gasthof Aujäger, da hab ich mich kurzerhand einquartiert. Wie überall in Bayern sitzt abend eine Art Stammtisch beisammen. Triefend nass wurde ich mit Gedöhns begrüßt. Nach dem woher und wohin kam gleich die Frage, ob ich denn keinen Führerschein hätte und ob ich ein ordentliches Gwandl mit hätte. Da musste ich erst mal zurückfragen, um zu erfahren, dass es um Straßenkleidung ging. Ich hab mich anschließend nach dem Duschen noch im Gwandl vorgestellt.
Ich bin ja jetzt seit München auf dem offiziellen Radweg München-Venedig unterwegs ( ab morgen langsamer ) - und jetzt solls tatsächlich schöner werden ...
(Leider ist das WLAN hier sehr schwach. Ich werde den Bericht wohl erst später versenden können.)
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