Sonntag, 29. Mai 2016

Abgesang

Da bin ich nun also in Venedig (oder bei Venedig, in Mestre). Ein Ziel, wohin man heutzutage mit dem Flugzeug, dem Zug oder allenfalls mit dem Auto reist.

Mit dem Fahrrad ist das eine ganz andere, eher sinnliche Art der Fortbewegung. Stärker als bei meinen vorherigen Touren habe ich die Veränderungen des Klimas und der Landschaft bemerkt, und die waren dieses Mal sehr deutlich. Das war zum Teil sehr anstrengend, aber auch besonders schön.

Und nicht zuletzt ist es ein tolles Gefühl, hier zu sein, und jeden einzelnen Meter von der Haustür aus mit eigener Kraft bewältigt zu haben.

Das hat drei Fahrradschläuche, einen Mantel und eine Menge Kraft gekostet, aber auch Kraft gegeben. Die drei Pannen waren natürlich bisschen viel - aber wie schon gesagt - sind sie auch das Salz in der Suppe. Alle vier Touren zusammen genommen sind drei Defekte auf über sechtausend Kilometern nicht sehr viel.

Und im nachhinein war es auch die richtige Entscheidung, im letzten August die Tour abzubrechen, denn meine Planung hätte ich auch unter günstigen Bedingungen nicht umsetzen können. Dafür, dass ich entspannt fahren konnte und nichts geplant habe, muss ich jetzt eine Pause machen.

Die gibt mir Gelegenheit, mich noch mal an unser schönes Familientreffen zu erinnern, das wir kurz vor meiner Abfahrt in Potsdam hatten. Es war sehr schön, viele "neue" Verwandte kennen zu lernen und andere nach längerer Pause wieder zu sehen. Danke Stella und Bolle für die tolle Idee und Organisation. Nana und Michael werden, wenn sie meinen Bericht lesen, hoffentlich Verständnis dafür haben, dass ihr großzügiges Übernachtungsangebot für München und Südtirol nicht nutzen konnte. Es passt einfach nicht mit so einer Tour zusammen. Trotzdem noch mal herzlichen Dank.

Die Rechtschreibfehler bitte ich zu entschuldigen. Google mischt sich überall ein - manchmal zu recht und manchmal macht die Rechtschreibkorrektur völlig andere Worte aus meiner Eingabe. Da habe ich mit dem kleinen Tablet sicherlich manches übersehen.


Das Warten auf den Rückflug zieht sich etwas hin. Eigentlich könnte jetzt Schluss sein. Es gibt kein Ziel mehr und einige Sachen riechen nicht mehr gut - genauer gesagt - alles müffelt jetzt.

Das ist jetzt auch mein letzter Post. Vielen Dank an alle, die meine Berichte kommentiert haben oder E-Mails geschickt haben, das hat mich immer sehr gefreut und mir die Gewissheit gegeben, dass ihr auch lest, was ich schreibe. Mir hat sowohl die Tour als auch das Schreiben viel Spass gemacht. Ob und wann ich wieder auf Radreisen gehe, weiss ich noch nicht. Darüber nachzudenken, ist im Winter noch Zeit.

Ach, hätte ich doch fast vergessen, Commissario Brunetti ist auch älter geworden und bisschen aus dem Leim gegangen.


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