Dienstag, 24. Mai 2016

Die Nebel lichten sich

Aicha - Toblach 61,7 km Aufstieg 2192m, Abstieg 563m

Heute früh stellte mir die Wirtin einen wunderbar sonnigen Tag in Aussicht.
Aber wie so oft, lag der Wetterbericht daneben. Es blieb bei 11-14 Grad, die Sonne war nicht zu sehen. Trotzdem behielt ich die Sonnenbrille auf (das macht man hier so als Radler) - immerhin den ganzen Tag gabs keinen Regentropfen!

Der Nebel hing in den schneebedeckten Bergen und verzog sich nur sehr langsam.
Ich war darüber ganz froh, denn die letzte ernsthafte Bergetappe war bei niedrigen Temperaturen etwas leichter zu fahren.
Irgendwie hing mir der Brenner noch in den Knochen, jeder größere Hügel war eine Herausforderung. Es war ein ständiges auf- und ab. Pustertal impliziert ja, dass man bergrunter fährt, aber dem war nicht so.Fast schon ärgerlich, wenn wieder eine Abfahrt kam, es ging ja gleich wieder hoch.


Die weißen Gipfel waren überall. Wenn man hier genau hinsieht, kann man den Skilift erkennen:


Den Aufstieg zum Brenner hatte ich spontan für besonders schwer gehalten, aber mit etwas Abstand war die Fahrt von Honningsvag zum Nordkap doch noch schwerer.

Die Fahrradwege sind jetzt sehr gut gekennzeichnet, Hinweisschilder gibt es überall, auch auf den meist asphaltierte Wegen sind Abbiegepfeile und Hinweise aufgebracht. Eigentlich wird die Landkarte jetzt über flüssig.
Die Krönung sind elektronische Informationstafeln wie diese hier:


Unterwegs traf ich einen 74-jährigen Herrn aus Versen an der Aller. Beim zweiten Treffen hatten wir einen netten Schnack über Gott un die Welt. Er war mit dem E-Bike unterwegs, sein Arzt erlaubt im keinen hohen Puls.

Typisch norddeutscher Humor:
Seine Frau ist sein Oldtimer. ???
Man muss sie pfleglich behandeln und immer für Ersatzteile sorgen. Sie hat schon zwei neue Hüften und ein neues Knie. Die Lackpflege macht sie aber allein!
Er bedankte sich für das nette Gespräch und weg war er.

Bei Bruneck fuhr ich nacheinander durch zwei beleuchtete je 200m lange Tunnel für Fahrradfahrer. Erstaunlich, dass man nicht nur für Autofahrer keine Kosten scheut (EU-Mittel).


Die Nebel lichten sich auch in der Beziehung, dass ich jetzt abschätzen kann, wann ich in Venedig bin. Spätestens Freitag werde ich dort sein, auch wenns hier bis jetzt überhaupt nicht nach Adria aussieht.


Der Rückflug ist jetzt für Montag, den 30. gebucht (auch weil er nur halb soviel wie sonntags kostet. Selbst vom Flughafen nach Hause ist die Rückfahrt dank Zinne schon geklärt. Danke schon mal!

Heute in Toblach habe ich fürn schmalen Taler ein wunderbares Zimmer bekommen.




Obwohl es ein kleines Nest ist, sind die Straßen mit vielen Zebrastreifen bepinselt - soviel hat ganz Potsdam nicht!


Irgendwie rührend.

Falls ich mich etwas komisch ausgedrückt habe, der regionale Heuschnaps war wohl bisschen viel für mich (schmeckt wie Zubrowka).

Morgen gehts noch mal sanft bergauf und dann nur noch bergab 🙌.

2 Kommentare:

  1. Hallo Jasi, nun ist es bald vollbracht, das Ziel ruft und das Wetter in Venedig soll angenehm werden. Wünsche Dir noch schöne Tage an der Adria und einen stressfreien (s. Sondergepäck)
    Rückflug. Die letzten Tage hielten sich die Pannen in Grenzen. Vielleicht solltest du bei Deiner nächsten Tour das Zelt gegen ein Ersatzteillager austauschen.
    Nyleve H.

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  2. Noch sind die Messen nicht gesungen ...
    Werkzeug und Ersatzschlauch habe ich selbstverständlich dabei und die Kofferwaage natürlich auch. Schlimmstenfalls klebe ich noch bisschen Gepäck ans Fahrrad dran, das hat kein Limit.

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