Etzenricht-Regensburg 104 km
Nachts hatte es reichlich geregnet, Temperaturen wieder im Keller - also gleiche Klamotten wie gestern.
Vorher beim Frühstück servierte der Chef persönlich. Gestern war er als der Superboss aufgetreten, heute zeigte er eine ganz andere Seite. Er erzählte mir, dass er an einer katholischen Prozession teilgenommen hatte, obwohl er evangelisch ist. Der ganze Stress sei von ihm abgefallen, als er da alleine ging.
Ein wenig Honig hat er mir auch noch ums Maul geschmiert, er schätzte mich auf Mitte fünfzig.
Da konnte ich ihm nur antworten, dass mich als Jugendlicher das jünger geschätzt werden beleidigt hätte, als Erwachsener bis fünfzig hätte es mir geschmeichelt und jetzt kann ich nur milde darüber lächeln. Es ist einfach egal, wichtig ist nur, ob man sich gut fühlt.
Zwei Jungs mit Mountainbikes begegneten mir noch beim Beladen. Sie waren von München an die Ostsee unterwegs, geplant in zehn Tagen, sehr ambitioniert.
Die vier Biker aus Rostock am Nebentisch jammerten rum, dass sie ihre Tour fast wegen Schlechtwetter abbrechen wollten - Harley-Fahrer eben!
Es ging ganz entspannt los, einigermaßen ebenes Gelände, wenig Verkehr und kaum Gegenwind. Dann fing es an zu regnen. Der Regen steigerte sich, der Wind auch und es fühlte sich sehr kalt an. Die Beinlinge kamen zum Einsatz und die Regenhose auch. Am Busbahnhof von Schwandorf musste ich mir aus einer Kartenhülle einen Schutzbezug für das Smartphone basteln. Ohne Navigation verfahre ich mich in den Ortschaften zu leicht. Meine Handschuhe waren durchgeweicht, ich habe dann doch wieder die fingerlosen angezogen.
Die wenigen Autofahrer schenkten mir ein mitleidiges bis hämisches Lächeln, soweit ich das durch meine verregneten Brillengläser noch deuten konnte.
Was solls, ich hatte "gute Beine", wie Jan Ulrich gesagt hätte.
Kleine Impression am Rande:
Ein markanter Firmenname.
Als die Orte mit " Regen-" kamen, (Regenstauf, Regendorf und Regensburg) hörte der Regen langsam auf.
Gestern hatte ich beschlossen, einen Tag Pause zu machen und große Wäsche zu erledigen. Es ist ziemlich deprimierend, morgens in stinkende Klamotten zu steigen ...
Regensburg ist dafür gerade richtig, da habe ich auch noch Gelegenheit zu einer Stadtbesichtigung.
Abends war ich beim Knetinger, einem traditionellen Brauhaus mit Wirtschaft. Es war brechenden voll (um 18 Uhr!), ich bekam gerade noch einen Platz. Kaum hatte ich bestellt, servierte mir schon eine Vietnamesin im Dirndl das Bier. Peinlicher Fehler - ich hatte ein großes Bier bestellt! Kleine gibts hier doch gar nicht! Auch die Frauen hatten a Moas vor sich.
Der Schweinsbraten war auch wieder sehr köstlich. Veganer haben hier keine Chance. Hier werden massenhaft Schweinshaxen, Schweinsbacken und Schweinebraten vertilgt!
Ich hatte auch noch Gelegenheit den Bayern in freier Wildbahn zu beobachten.
Zum Beispiel gab es eine Dame mittleren Alters, die Hut trug und diesen, wie mir aus frühen Zeiten bekannt, auch am Tisch nicht absetzte, oder den Opa, der seine Enkel, geschätzt drei und fünf Jahre alt, von seinem Bier kosten ließ. Am Rand der Großfamilie saß noch eine vielleicht neun oder zehn Jahre alte Enkeltochter, die in dem Lärm und Gewusel unbeeindruckt ein dickes Buch las.
Wunderbare Welt der Bayern!
Das Bier war übrigens sehr süffig, ich hatte Mühe, auf dem Heimweg die Richtung zu halten.
Vorher beim Frühstück servierte der Chef persönlich. Gestern war er als der Superboss aufgetreten, heute zeigte er eine ganz andere Seite. Er erzählte mir, dass er an einer katholischen Prozession teilgenommen hatte, obwohl er evangelisch ist. Der ganze Stress sei von ihm abgefallen, als er da alleine ging.
Ein wenig Honig hat er mir auch noch ums Maul geschmiert, er schätzte mich auf Mitte fünfzig.
Da konnte ich ihm nur antworten, dass mich als Jugendlicher das jünger geschätzt werden beleidigt hätte, als Erwachsener bis fünfzig hätte es mir geschmeichelt und jetzt kann ich nur milde darüber lächeln. Es ist einfach egal, wichtig ist nur, ob man sich gut fühlt.
Zwei Jungs mit Mountainbikes begegneten mir noch beim Beladen. Sie waren von München an die Ostsee unterwegs, geplant in zehn Tagen, sehr ambitioniert.
Die vier Biker aus Rostock am Nebentisch jammerten rum, dass sie ihre Tour fast wegen Schlechtwetter abbrechen wollten - Harley-Fahrer eben!
Es ging ganz entspannt los, einigermaßen ebenes Gelände, wenig Verkehr und kaum Gegenwind. Dann fing es an zu regnen. Der Regen steigerte sich, der Wind auch und es fühlte sich sehr kalt an. Die Beinlinge kamen zum Einsatz und die Regenhose auch. Am Busbahnhof von Schwandorf musste ich mir aus einer Kartenhülle einen Schutzbezug für das Smartphone basteln. Ohne Navigation verfahre ich mich in den Ortschaften zu leicht. Meine Handschuhe waren durchgeweicht, ich habe dann doch wieder die fingerlosen angezogen.
Die wenigen Autofahrer schenkten mir ein mitleidiges bis hämisches Lächeln, soweit ich das durch meine verregneten Brillengläser noch deuten konnte.
Was solls, ich hatte "gute Beine", wie Jan Ulrich gesagt hätte.
Kleine Impression am Rande:
Ein markanter Firmenname.
Als die Orte mit " Regen-" kamen, (Regenstauf, Regendorf und Regensburg) hörte der Regen langsam auf.
Gestern hatte ich beschlossen, einen Tag Pause zu machen und große Wäsche zu erledigen. Es ist ziemlich deprimierend, morgens in stinkende Klamotten zu steigen ...
Regensburg ist dafür gerade richtig, da habe ich auch noch Gelegenheit zu einer Stadtbesichtigung.
Abends war ich beim Knetinger, einem traditionellen Brauhaus mit Wirtschaft. Es war brechenden voll (um 18 Uhr!), ich bekam gerade noch einen Platz. Kaum hatte ich bestellt, servierte mir schon eine Vietnamesin im Dirndl das Bier. Peinlicher Fehler - ich hatte ein großes Bier bestellt! Kleine gibts hier doch gar nicht! Auch die Frauen hatten a Moas vor sich.
Der Schweinsbraten war auch wieder sehr köstlich. Veganer haben hier keine Chance. Hier werden massenhaft Schweinshaxen, Schweinsbacken und Schweinebraten vertilgt!
Ich hatte auch noch Gelegenheit den Bayern in freier Wildbahn zu beobachten.
Zum Beispiel gab es eine Dame mittleren Alters, die Hut trug und diesen, wie mir aus frühen Zeiten bekannt, auch am Tisch nicht absetzte, oder den Opa, der seine Enkel, geschätzt drei und fünf Jahre alt, von seinem Bier kosten ließ. Am Rand der Großfamilie saß noch eine vielleicht neun oder zehn Jahre alte Enkeltochter, die in dem Lärm und Gewusel unbeeindruckt ein dickes Buch las.
Wunderbare Welt der Bayern!
Das Bier war übrigens sehr süffig, ich hatte Mühe, auf dem Heimweg die Richtung zu halten.
Und danke für eure netten Kommentare, manche sind allerdings so anonym, dass ich sie gar nicht zuordnen kann. Ich hoffe auf spätere Auflösung!
Lieber Peter, ich lese abends immer sehr gerne deinen Blog und amüsiere mich über die treffliche Beschreibung von Land und Leuten. Am Besten war natürlich das Spinnerauto.��
AntwortenLöschenAch ja, und an deiner Erfindung einer trockenen Brille bei Regenwetter habe ich aus gegebenem Anlass auch Interesse. Ich teste gerne den Prototypen - also wenn du deinen Sohn doch noch überreden könntest...��
Dir morgen einen schönen Ruhetag und halte durch - das Wetter wird bald wieder besser!
Liebe Grüße von gegenüber!
Lieber Peter,
AntwortenLöschenwir Damen aus dem Büro des Hospizdienstes lunschen auch ab und zu mal in deinen Blog hinein und sind schwer beeindruckt von Deiner Rad-Reise nach Venedig!
Wir wünschen Dir weiterhin eine gute Fahrt, schönes Radfahrwetter und freundliche Begegnungen mit Land und Leuten!
Herzliche Grüße von unserer Insel und bis bald!